Buchhandlung Bodenbender

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         Die Buchhandlung Bodenbender empfiehlt ...
 
 
Cover_Fatima Farheen Mirza_Worauf wir hoffen
Fatima Farheen Mirza "Worauf wir hoffen"

„Alle glücklichen Familien gleichen einander. Jede glückliche Familie ist auf ihre eigene Art unglücklich.“ (Lew Tolstoi)

Mit "Worauf wir hoffen" ist Fatima Farheen Mirza ein vielschichtiger und emphatischer Roman über eine amerikanische Familie mit indischen Wurzeln gelungen, die versucht die Grätsche zwischen Tradition und Moderne, Verpflichtung und Selbstverwirklichung zu meistern. Vor allem die Dynamik zwischen den Geschwistern Hadia und Amar, die beide auf individuelle Weise gegen die muslimischen Eltern rebellieren, ist unglaublich spannend zu lesen. Das Wechselspiel zwischen universeller Familiengeschichte und fremder Kultur ist absolut stimmig und sehr gut beobachtet. Sprachlich zieht einen der Roman sofort in seinen Bann und die Formulierungen sind auf den Punkt gebracht, zum Teil nachdenklich, aber wenn nötig auch kraftvoll und fordernd. Unbedingt lesen!
 
 
Cover_Doerte Hansen_Mittagsstunde
Dörte Hansen "Mittagsstunde"

In ihrem neuem Roman nimmt uns Dörte Hansen, die Autorin des Bestsellers „Altes Land“, mit in ein kleines nordfriesisches Dorf in der Nähe von Husum. Die Bewohner*innen hat der raue Nordwind zäh gemacht und auch ein wenig kauzig. Der Kieler Professor Ingwer kehrt nach vielen Jahren in seine Heimat zurück, in jenes Dorf, in dem er geboren wurde. Der Grund: Seine Mutter, die seit je her etwas eigensinnig ist, verschwindet von einem Tag auf den anderen spurlos. Zurück bleiben Ingwers Großeltern, die trotz ihres hohen Alters immer noch ihre Gaststätte betreiben.
Mit viel Humor und Authentizität (und plattdeutschem Dialekt) behandelt Dörte Hansen auf mehreren Ebenen die Strukturen des Dorfes, das Verhältnis der Charaktere untereinander, aber auch die historische Entwicklung der nordfriesischen Gegend seit der Flurbereinigung in den 60er Jahren. 
Auch in „Mittagsstunde“ agieren die Figuren wieder so glaubhaft und fügen sich so perfekt in die nordfriesische Landschaft mit ihren Eigenheiten und Sitten ein, dass man Dörte Hansen nur gratulieren kann.
 
 
Cover_Amitava Kumar_Am Beispiel des Affen
Amitava Kumar "Am Beispiel des Affen"

Was gibt es Schöneres, als sich bei herrlichem Frühlingswetter (mit einem Deckchen über den Beinen) zum Lesen nach draußen zu setzen? Und das am besten mit unserer Buchempfehlung „Am Beispiel des Affen“ von Amitava Kumar. 
In seinem neuen Roman erzählt der Autor die Geschichte des jungen Inders Kailash, der in den 90er Jahren zum Studieren nach New York zieht. Dort sucht er, wie viele Einwanderer, nach einem neuen Leben, einer Identität und der großen Liebe. Denn in seinem Freundeskreis ist er der Einzige, der noch keine Erfahrungen mit Frauen hat. Ein herrlich selbstironischer und einfühlsamer Roman über die Schmerzhaftigkeit des Erwachsenwerdens, über Selbstfindung, Ehrgeiz, Hoffnung und Zweifel. Abgerundet wird diese faszinierende Geschichte mit viel intelligentem Witz und einer absolut kraftvollen Sprache. Unbedingt lesen!
 
 
Cover_Jennifer Egan_Manhattan Berach
Jennifer Egan "Mahattan Beach"

New York der 30er und 40er Jahre: Wir begleiten die junge Anna durch ihre Kindheit und die frühen Erwachsenenjahre. Nichts in ihrem Leben ist leicht, ihr Vater verschwindet früh, ihre Schwester Lydia ist von Geburt an pflegebedürftig. Doch all das meistert Anna mit so viel Kraft und Liebe, dass man nur staunen kann. Auch später, als ihr sehnlichster Wunsch ist, Marinetaucherin zu werden und ihr aufgrund ihres Geschlechts Steine in den Weg gelegt werden, begegnet sie diesen Herausforderungen mit eisernem Willen, unglaublichem Mut und Selbstvertrauen. Doch das Verschwinden ihres Vaters lässt Anna keine Ruhe, sodass sie sich in die glühende, pulsierende Unterwelt der New Yorker Kartelle begibt und dabei Gefahr läuft, selbst in diesen Sog aus ekstatischen Partys und schillerndem Reichtum hinabgezogen zu werden. Am Ende legt man den Roman beiseite und ist noch lange ergriffen von dieser inspirierenden Geschichte. Und man ist auch ein bisschen traurig, weil einem Anna und die anderen Figuren, die man in Jennifer Egans Geschichte zurücklassen musste, gute Bekannte, Leidensgenossen/-genossinnen und Vorbilder geworden sind
 
 
Cover_Rachel Joyce_Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie
Rachel Joyce "Mister Franks fabelhaftes 
Talent für Harmonie"

In einer Zeit von Abos, Streaming und Download ist Rachel Joyce' Geschichte über Mister Franks alten Musikladen, in dem er noch Schallplatten und CDs abspielt und verkauft, erfrischend anders und vor allem analog. Zu jeder Stimmung, zu jedem Charakter findet der alte Musikliebhaber das passende Lied und tröstet und erheitert damit seine Kunden/Kundinnen. Bis auf eine junge Dame, die eines Tages in seinen Laden kommt und die er beim besten Willen nicht einschätzen kann. Eine Liebesgeschichte, so fein, wie eine zarte Melodie, entspinnt sich. Doch so wie alles, was aus der Mode gekommen, zu wenig fortschrittlich, zu überholt ist, so ist auch Mister Franks Musikladen zunehmend in Gefahr.
Ein kurzweiliger Wohlfühlroman über die Harmonie der Dinge, die Schönheit altmodischer Gegenstände und die tiefe Liebe zur Musik.
 
 
Cover_Carol Rifka Brunt_Sag den Woelfen, ich bin zu Hause
Carol Rifka Brunt "Sag den Wölfen, ich bin zu Hause"

Als Junes Onkel Finn, ihr engster Vertrauter und bester Freund stirbt, ist der Verlustschmerz allgegenwärtig. Doch mit der Zeit muss June feststellen, dass sie nicht alles über ihn wusste. 
Schritt für Schritt spürt sie seinen Geheimnissen nach und trifft dabei unverhofft auf den Menschen, der Finn genauso zu vermissen scheint, wie sie. 
„Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ ist eine berührende Geschichte über Verlust, kompromisslose Liebe und Zusammenhalt, dort wo man ihn am wenigsten erwartet. Die Echtheit und Intensität dieser Figuren entwickelt einen Sog, der einen erst am Ende des Romans, halb lächelnd, halb wehmütig entlässt. 
Ein packendes und berührendes Leseerlebnis, das wir gern empfehlen.
 
 
Cover_Khaled Hosseini_Am Abend vor dem Meer
Khaled Hosseini "Am Abend vor dem Meer"

Dieses schmale Büchlein von Khaled Hosseini 
ist ein Juwel. Man legt es am Ende beiseite und hat das Gefühl, in sehr kurzer Zeit unglaublich viel gelesen und erlebt zu haben, obwohl man das Buch nur einige wenige Seiten zuvor begonnen hatte. Sowohl die eindrucksvollen, intensiven und atmosphärischen Illustrationen, als auch die wenigen, verdichteten Worte nehmen einen mit in eine Welt, in der Kinder nur den Krieg und die Angst kennen. Hosseinis Worte sind berührend, aber niemals rührselig. Sie brennen sich ein und hallen noch lange in einem nach. Es sind die Worte eines Vaters an seinen Sohn am Abend vor der Flucht aus Syrien. Ein Erinnern an bessere Zeiten, an die Aufstände, den Krieg, den Verlust, die Hilflosigkeit. „Am Abend vor dem Meer“ ist aber vor allem ein Buch über das Verstehen. Denn das scheint man am Ende zumindest annähernd zu tun. Anschließend hat man den drängenden Wunsch, dieses Buch sofort allen möglichen Verwandten und Bekannten zu schenken, damit sie das schwere Schicksal von Millionen Menschen, die überall auf der Welt gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen und die gefährliche Reise ins Ungewisse anzutreten, wenigstens ansatzweise erahnen können.
 
 
Cover_Viet Thanh Nguyen_Der Sympathisant
Viet Thanh Nguyen "Der Sympathisant"

Nach seiner dramatischen „Flucht“ aus Saigon in die USA ist ein namenloser vietnamesischer Spion hin- und hergerissen zwischen seiner kommunistischen Erziehung und dem „American Way of Life“. Sein Doppelleben macht ihm zunehmend zu schaffen und droht ihn identitär zu zerreißen. Als er im Rahmen einer völlig aussichtslos erscheinenden Mission wieder nach Vietnam zurückkehrt, beginnt alles vollkommen aus dem Ruder zu laufen...

Der 1971 in Südvietnam geborene Autor floh 1975 selbst mit seiner Familie in die USA. Dies schlägt sich vor allem in der sehr unverfälschten, authentischen Sicht auf die vietnamesische Gemeinschaft in Amerika nieder. Vor allem die teilweise Absurdität des Spionagewesens greift Viet Thanh Nguyen mit viel skurrilem Humor auf, weiß jedoch an den richtigen Stellen wieder bitterernst zu werden. Ein wirklich gelungener, spannender Roman, der zu recht mit vielen Preisen, unter anderem dem Pulitzer-Preis 2016 ausgezeichnet wurde.
 
 
Cover_Christian Berkel_Der Apfelbaum
Christian Berkel "Der Apfelbaum"

Obwohl wir den viel verwendeten Satz „Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.“ eigentlich nicht mehr hören können, trifft er hier genau den Kern der Sache. Schauspieler Christian Berkel nimmt die Leser dieses Romans mit in seine ganz eigene, persönliche Familiengeschichte. Um die Erinnerungen, die seiner dementen Mutter immer mehr entgleiten, zu retten und zu konservieren, stellte er selbst Recherchen zur familiären Vergangenheit an. Was dabei herauskam, ist ein berührender, authentischer Familienroman über Christian Berkels Vater Otto, der aus einer Arbeiterfamilie stammte und über seine jüdische Mutter Sala. Die beiden lernen sich auf unübliche Weise in der Bibliothek ihrer Eltern kennen und werden durch die Schrecken des Zweiten Weltkriegs immer wieder entzweit. Abgerundet wird das Ganze durch den spannenden Schreibstil, der einen förmlich an das Buch fesselt. Ein absolut aktueller Roman über die Wichtigkeit des Erinnerns, vor allem dann, wenn die, die es erlebt haben, nicht mehr dazu in der Lage sind.
 
 
Cover_Jan Weiler_Kuehn hat Aerger
Jan Weiler "Kühn hat Ärger"

Sehnsuchtsvoll betrachtet man den schimmernden Pool auf dem Cover von Jan Weilers Roman "Kühn hat Ärger"
, dem zweiten Teil der Reihe um Ermittler Martin Kühn. Doch hinter dem Buchumschlag erwartet einen nicht jene erhoffte Erholung, sondern ein ernster, düsterer Krimi, der einen mitnimmt in die gehobenen Münchner Kreise. In die gerät auch der sympathische Amir, der als Schulverweigerer in einer Sozialbausiedlung lebt, als er Julia van Hauten kennenlernt. Sein Leben verändert sich grundlegend, doch man ahnt, dass etwas passieren wird - dass etwas passieren muss. Auch das Schicksal von Ermittler Martin Kühn geht einem nahe, sowohl seine gesundheitlichen Probleme, als auch die familiären. Wer bei Jan Weiler also, berechtigterweise, an Satire denkt, wird hier eine ganz andere literarische Seite von ihm kennenlernen.
 
 
Cover_Monika Maron_Munin oder Chaos im Kopf
Monika Maron "Munin oder Chaos im Kopf"

Als eine selbsternannte Opernsängerin ihre schiefen Arien auf dem Balkon trällert, teilt sich eine ganze Nachbarschaft plötzlich in zwei Lager. 
Während Mina Wolf, die als Journalistin über den Dreißigjährigen Krieg recherchiert, einfach die Nacht zum Tag macht, gehen ihre Nachbarn aus Protest gegen die Lärmbelästigung auf die Straße. Als ihr dann auch noch die Nebelkrähe Munin, als eine Art politische Instanz erscheint, ist das Chaos komplett. 
In Monika Marons fantastischem Roman verschwimmt die Vergangenheit mit der Jetztzeit und die Realität mit der Einbildung. 
Vielschichtig, witzig und absolut lesenswert!
 
 
Cover_Olivier Bourdeaut_Warten auf Bojangles
Olivier Bourdeaut "Warten auf Bojangles"

Olivier Bourdeaut ist mit "Warten auf Bojangles" ein wunderbarer, traurig-schöner Roman voller schillernder Verrücktheiten gelungen. Zwischen einer französischen Stadtwohnung und einem spanischen „Wolkenschloss“, zwischen Alltag und glamourösen Festen, zwischen Extase und Depression, dort spielt die Geschichte, in die uns der Ich-Erzähler entführt. Die Charaktere, so verklärt und exzentrisch sie auch anmuten, sind einem auf Anhieb sympathisch. Vor allem der zahme Kranich namens Taugenichts, der stets mit dabei ist, sowie der treue Politikerfreund, der nur Schuft genannt wird und der auf keiner Feier fehlt, wachsen einem schnell ans Herz. Im Mittelpunkt dieses wilden, bunten Trubels tanzen George und seine Frau, die Eltern des Ich-Erzählers, zu Nina Simones „Mr. Bojangles“. Ein Tanz zweier Pole, die sich ausbalancieren und zum Überleben den jeweils anderen benötigen. Die Intensität dieser beiden Leuchtfeuer nimmt einen so gefangen, dass man immer wieder lachen und weinen will (und das manchmal sogar gleichzeitig). Am Ende kehrt Ruhe ein, denn alles findet seine sinnhafte Bestimmung, so traurig sie manchmal auch sein mag.
 
 
Cover_Yrsa Sigurdardottir_Sog

Yrsa Sigurdardóttir "Sog"


Dieser brillante Thriller von Yrsa Sigurdardóttir ist nichts für schwache Nerven: 

In einer Zeitkapsel, die Kinder vor 12 Jahren in Reykjavík vergraben haben, wird eine mysteriöse Liste mit Initialen gefunden. 

Als bald darauf eine brutal ermordete Leiche auftaucht, müssen Kommissar Huldar und Kinderpsychologin Freya bald feststellen, dass es sich bei den Initialen um die Anfangsbuchstaben zukünftiger Mordopfer handelt. 

Immer mehr werden die beiden in den dunklen Sog einer sich zunehmend erfüllenden Prophezeiung gezogen. Ein hochspannender Thriller mit absolut unvorhersehbaren Wendungen.

 
 
Cover_Eric Vuillard_Die Tagesordnung
Éric Vuillard "Die Tagesordnung"

Den Beginn von Éric Vuillards Roman "Die Tagesordnung" bildet ein am 20. Februar 1933 von Adolf Hitler anberaumtes Geheimtreffen, an dem alle führenden industriellen Größen der Zeit teilnehmen. Und das ist erst der Anfang. Was folgt ist die Aufdeckung einer umfassenden und sukzessiven Machtinszenierung, die alle gesellschaftlichen Ebenen durchdringt und dessen Ausläufer bis in die Jetztzeit reichen.
Mit bestechender Präzision wirft Éric Vuillard einen Blick in die „Hinterzimmer der Macht“ und in die Köpfe der machtbesessenen Großindustriellen. Dabei demaskiert er politische Marionetten und ihre Fädenzieher und stellt erschreckende Parallelen zur Gegenwart her. „Die Tagesordnung“ ist eine pointierte und innovative Aufarbeitung deutscher Geschichte und legt den Fokus auf die damaligen Verbrechen im Hintergrund. Ein Buch, das wir von ganzem Herzen empfehlen und dessen Leseeindruck noch lange nachwirkt.
 
 
Cover_Francesca Melandri_Alle ausser mir
Francesca Melandri "Alle, außer mir"

„Nicht schon wieder!“, geht es Ilaria Profeti durch den Kopf, als ohne Vorwarnung ein junger Afrikaner vor ihrer Wohnungstür steht und behauptet, der Enkel ihres Vaters, Attilio Profeti, zu sein. Dieser ist jedoch zu alt, um sich an den äthiopischen Sohn, geschweige denn an den Enkel zu erinnern. Wieder ist es Ilaria, die vermitteln, schlichten und den Scherbenhaufen aufkehren muss. Wie damals, als schon einmal ein heimlicher, unehelicher Sohn aufgetaucht ist. Trotz der widrigen Umstände, beginnt sie, der Herkunft des jungen Mannes nachzuspüren und begibt sich dabei auf eine Entdeckungsreise sowohl in die Tiefen der italienischen Kolonialvergangenheit, als auch hinab auf den Grund ihrer eigenen Familiengeschichte. Francesca Melandri gelingt es meisterlich, die Fäden zwischen der aktuellen politischen Situation in Italien, der Kolonialgeschichte in Afrika und dem zeitlosen Schicksal von Menschen auf der Flucht zu spannen. Ein Roman, der fesselt, berührt, nachdenklich stimmt und bildet. Ganz wunderbar gelesen von Gabriele Blum, die mit ihrer Stimme so viele unterschiedliche Charaktere lebendig werden lässt.
 
 
Cover_Marc-Uwe Kling_Kaenguru-Apokryphen

Marc-Uwe Kling "Die Känguru-Apokryphen"


Wir freuen uns riesig über neuen Nachschub aus dem Marc-Uwe-Känguru-Universum. In vielen lustigen Parallelgeschichten, die sich zeitlich und inhaltlich parallel zu der Handlung der Känguru-Chroniken bewegen, kehren wir zurück in die WG von Marc-Uwe, die er zusammen mit einem kommunistischen Känguru bewohnt. Die Hörbücher, finden wir, machen am meisten Spaß, da der Autor dem Ganzen mit seiner unvergleichlich trockenen Art noch mehr Komik verleiht. Ein absolutes Muss für große und kleine Querdenker!

 
 

Buchempfehlungen für Kinder und Jugendliche

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Katie Scott "Die Entstehung des Lebens. Evolution"

Überkommt euch bei besonders schön illustrierten Büchern auch immer der drängende Gedanke, es unbedingt und sofort kaufen zu müssen, egal wieviel es kosten mag? 
Genauso erging es uns bei „Die Entstehung des Lebens“ von Katie Scott. Neben vielen interessanten und spannenden Informationen über die Evolution allen Lebens, erhält man, dank der wundervollen Zeichnungen einen guten Eindruck davon, wie die Lebewesen damals wohl einmal ausgehen haben könnten. 

Eine Lesefreude für große und kleine Naturforscher ab 8 Jahren.
 
 
Cover_Beuse_Greve_Die Ziege auf dem Mond
Stefan Beuse & Sophie Greve "Die Ziege auf dem Mond"

Wenn man die einzige Ziege und überhaupt das einzige Wesen auf dem Mond ist, hat man eine ganze Menge Zeit zum Nachdenken. Vor allem, wenn es immer genau viertel nach neun ist. 
Als eines Tages ein merkwürdiges Objekt in einem Mondkrater landet, schlüpft die Ziege in ihr mutigstes T-Shirt und begibt sich auf eine Reise ins Ungewisse.
Sowohl die einfühlsame und nachdenkliche Geschichte, die einen immer wieder herrlich schmunzeln lässt, als auch die wunderschönen Zeichnungen, machen dieses Buch zu einem kleinen Schatz, den man unbedingt besitzen will. 
Einmal reingelesen, kann man es kaum mehr aus der Hand legen. 
Perfekt geeignet für einen gemütlichen Eltern-Kind-Lesenachmittag.
 
 
Cover_Anne Flemming_Ziegen bringen Glück
Anne Flemming "Ziegen bringen Glück"

Und noch eine Ziegengeschichte ... Die 11-jährige Kid kann ihren Augen nicht trauen, als sie auf dem Dach ihres New Yorker Wohnhauses eine Bergziege entdeckt. Von weitem sieht das Tier aus wie eine flauschige weiße Wolke, weswegen ihr keiner so richtig glauben will. Doch als Kid anfängt, mit ihrem Freund Will bei den Nachbarn nach Hinweisen zu der merkwürdigen Ziegenerscheinung zu suchen, findet sie schnell heraus, was es mit dem geheimnisvollen Tier auf sich hat: Wer die Ziege sehen kann, soll angeblich sieben Jahre lang Glück haben. Was für eine Aussicht!
Ein witziges und spannendes neues Kinderbuch ab 10 Jahren, das einen in den geschäftigen Hochhausdschungel New Yorks, aber auch in eine fantastische kleine Parallelwelt entführt. Absolut lesenswert für Groß und Klein!
 
 
Cover_Usch Luhn_Alles Murks
Usch Luhn "Alles Murks!"

Um in die Katzenkopfbande ihrer Mitschüler aufgenommen zu werden, muss Polly eine Nacht ganz alleine in der Scheune schlafen. Eine Mutprobe, die es in sich hat. 
Vor allem als plötzlich der kleine Wichtel Murks auftaucht, der Wünsche erfüllen kann aber alles ziemlich wörtlich nimmt. 
Ab da an geht alles darunter und drüber, denn Murks hat meistens nur Quatsch im Kopf.
Eine wunderbar freche und chaotische Vorlesegeschichte für Kinder ab 5 Jahren.
 
 
Cover_Marc-Uwe Kling_Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat
Marc-Uwe Kling "Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat"

Klick! Klick! Klick!

Ein einziges Mal hat Tiffany nicht auf ihre Oma aufgepasst und schon hat die mit ein paar Mausklicks das gesamte Internet gelöscht. Und ohne Internet gerät einfach alles aus den Fugen. Smartphones und Fernseher sind auf einmal nutzlos und überall herrscht das absolute Chaos. Als auch noch ein verirrter Pizzalieferant mit politischfarbigem Haar bei Tiffany und ihrer Familie strandet, weil seine Pizzaauslieferungsapp nicht mehr funktioniert, beschließen alle das Beste aus der Situation zu machen. Mithilfe von Opas altem Radio und Omas verrückten Geschichten wird es dann doch ein ziemlich schöner Familientag, findet Tiffany.
Ein wunderbar witziges Buch, in dem Marc-Uwe Kling schön aufzeigt, wie angenehm und gesellig ein völlig analoger Tag ohne Handygedaddel und Fernsehrgeglotze sein kann. Da will man sich am liebsten Tiffanys Bitte am Ende des Buchs anschließen: „Du, Oma, kannst du nicht nochmal das Internet kaputt machen?“
 
 
Cover_Sofie Cramer_Sternschnuppengefluester

Sofie Cramer "Sternschnuppengeflüster"


Eine App, die Herzenswünsche erfüllt - Genau das, was Leni, Amelie und Paula gerade brauchen. Während Leni hoffnungslos verliebt ist, fürchtet Amelie die Scheidung ihrer Eltern. Und Paula? Die will unbedingt auf eine Schauspielschule gehen, aber ihre Eltern erlauben es nicht. 

Ob die App Sternschnuppengeflüster da helfen kann? - Eine wunderbare Sommergeschichte über Wünsche, Träume, aber vor allem über die Macht der Freundschaft, die fast alles möglich machen kann. 

Für alle Leserinnen ab 10 Jahren.

 
 
Cover_Nicholas Gannon_Die hoechst wundersame Reise zum Ende der Welt

Nicholas Gannon "Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt"


Archer Helmsley hat es wahrlich nicht leicht. Erst verschwinden seine Großeltern spurlos bei einer Forschungsreise zum Südpol und nun bekommt er auch noch eine Lehrerin, die an Fiesheit kaum zu übertreffen ist. Dabei will Archer, der in einem Haus voller seltener Artefakte aus aller Welt groß geworden ist, doch nur eins: Forscher und Entdecker werden, wie seine Großeltern. Aber vorher muss er die beiden erst einmal finden... Ein Glück, dass er dabei Unterstützung hat von seinen besten Freunden, dem Nachbarsjungen Oliver und der mutigen Adélaïde, die sich trotz ihres Holzbeins in jedes Abenteuer stürzt.
Eine von Autor Nicholas Gannon wunderbar illustrierte Geschichte für junge Leser und Leserinnen ab 10 Jahren, die es fantasievoll, abenteuerlustig und ein kleines bisschen verschroben mögen.

 
 
Cover_Marie Lu_Warcross
Marie Lu "Warcross"

Warcross - der beliebteste virtuelle Wettbewerb der Welt. Die Spieler werden wie Helden gefeiert und als Superstars verehrt. Die junge Emika Chen weiß hingegen nicht einmal, wie sie ihre Mietschulden begleichen soll, um nicht auf der Straße zu landen. Als Kopfgeldjägerin verdient sie sich etwas dazu, doch das reicht vorne und hinten nicht. Deshalb hackt sie sich, aus purer Verzweiflung, in die Eröffnungsfeier von Warcross ein, um unbemerkt einen virtuellen Gegenstand zu stehlen. Doch plötzlich fliegt ihre Tarnung auf und alle Welt kennt nun den Namen Emika Chen. Doch statt umgehend verhaftet zu werden, lädt sie Warcross-Entwickler Hideo Tanaka zu sich nach Tokio ein. Sie soll während des Wettkampfs undercover ermitteln, denn nicht nur ihr ist es gelungen sich in das Spiel einzuhacken... Eine spannende Jagd beginnt, an deren Ende nicht nur ein horrendes Preisgeld sondern auch die Perspektive auf ein anderes Leben winkt. Doch welchen Einsatz Emika dafür bringen muss, wird ihr erst klar, als sich die Lage immer mehr zuspitzt und schließlich ihr Leben auf dem Spiel steht.

Der neue Jugendroman von Marie Lu ist ein Muss für Fans ihrer Legend-Reihe und für alle "Ready Player One" -Süchtigen. Mit Emika Chen ist der Autorin eine starke Außenseiter-Protagonistin gelungen, die einem schnell ans Herz wächst. Voller Spannung verfolgt man ihre Reise zur Warcross-WM und hinein in die virtuellen Welten des Spiels, in dem überall Gefahren lauern. Ein wirklich vielversprechender Auftakt zu einem unterhaltsamen Virtual Reality-Zweiteiler!
 
 
Cover_Maureen Johnson_Ellingham Academy_Was geschah mit Alice
Maureen Johnson "Ellingham Academy. Was geschah mit Alice?"

Stevie Bell ist eine Meisterdetektivin, die Sherlock Holmes und Agatha Christie das Wasser reichen könnte. Deshalb wird sie auch an der renommierten Ellingham Academy aufgenommen, die sich in den Bergen Vermonts versteckt. Dort wird sie gemeinsam mit angehenden Supergenies, YouTubern/YouTuberinnen, Filmstars und Bestsellerautoren/-autorinnen zur Schule gehen. 
Zu Stevies großer Freude gibt es außerdem jede Menge zu entdecken, vor allem, nachdem sie von dem traurigen Geheimnis erfährt, dass die altehrwürdige Schule umgibt: vor 80 Jahren wurden hier Mr. Ellinghams Frau und sein Kind entführt. Als dann ein Schüler tot aufgefunden wird, spürt Stevie, wie bitterernst die Angelegenheit plötzlich ist. 
Maureen Johnson ist mit "Ellingham Academy. Was geschah mit Alice?" ein absolut fesselnder Auftakt zu einer spannenden, nervenaufreibenden aber auch urkomischen Jugendbuchreihe ab 13 gelungen (aber auch für Erwachsene ganz wunderbar geeignet). Für alle Fans von Detektivromanen, Harry Potter und der Rubinrot-Reihe.
 
 
Cover_Thomas Klupp_Wie ich faelschte, log und Gutes tat
Thomas Klupp "Wie ich fälschte, log und Gutes tat"

In dem gelungenen neuen „Crossover“-Roman
von „Paradiso“-Autor Thomas Klupp begleiten wir den 16-jährigen Benedikt Jäger, der mit seinen Eltern aus München nach Weiden in der Pfalz zieht. Dort schließt er sich einer Gruppe Jugendlicher an, die sich mit Fälscherei durchs Leben und abends in den angesagten Club „Butterhof“ mogeln. Aber nicht nur die Jungen verstricken sich zunehmend in ihr Netz aus Lügen. Benedikts Mutter poliert ihren Lebenslauf auf, um zur Charity-Lady aufzusteigen und sein Vater, der eigentlich ehrlich sein will, hat noch eine zweite halblegale Arztpraxis im Keller. Im Laufe des Romans wird immer deutlicher, dass eigentlich alles „Fake“ ist. Ein großes, gut choreografiertes Puppentheater, bei dem jeder seine Rolle zu spielen hat.
Thomas Klupps Roman liest sich wunderbar pointiert, humorvoll und schräg. Immer wieder wird man an seine eigene Jugend erinnert aber, wie Benedict Wells so passend festgestellt hat, „mit dem angenehmen Wissen, nicht mehr sechzehn sein zu müssen.“ Ein herrlich unkonventionelles Buch für Jugendliche und Erwachsene.
 
 
Cover_Ursula Poznanski_Thalamus
Ursula Poznanski "Thalamus"

Bei einem schlimmen Verkehrsunfall erleidet der 17-jährige Timo so schwere Kopfverletzungen, dass er sich, als er im Krankenhaus erwacht, kaum bewegen, geschweige denn sprechen kann. Auf Anraten des behandelnden Arztes wird er in ein Reha-Zentrum, den Markwaldhof, verlegt. Dort trifft er auf viele gleichgesinnte Jugendliche, die ihm den Aufenthalt dort etwas erleichtern. Als jedoch sein Bettnachbar Markus, der tagsüber nicht ansprechbar ist, nachts plötzlich umherläuft und ihm sogar droht, beschleicht Timo das ungute Gefühl, dass hier etwas nicht zu stimmen scheint. Und das ist nicht alles. Timo beginnt ebenfalls zu schlafwandeln und dann ist da auch noch diese Stimme in seinem Kopf, die ihm Dinge zuflüstert - Warnungen. Als es plötzlich einigen Patienten zunehmend schlechter geht, auch Timos Freund Carl, scheint die Situation vollends außer Kontrolle zu geraten...

Der neue Jugendroman von Ursula Poznanski zieht einen wieder von der ersten Seite an in seinen Bann. Sukzessive enthüllt sie, was es mit den seltsamen Vorkommnissen im Markwaldhof auf sich hat. An manchen Stellen überkommt einen richtige Gänsehaut, wenn Timo beispielsweise nachts somnambul über das Gelände irrt und in düsteren Korridoren wieder zu sich kommt. Sehr empfehlenswert für nervenstarke Leser/innen ab 14 Jahren.